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Ziel der diesjährigen Männerwanderung war der Kahlgrund und der nördliche Spessart. Am Kirchplatz hatten sich Ende Mai 13 Männer mit Ziel Wiesen im Spessart versammelt.

Der Himmel sah bedrohlich aus, als wir in Wiesen zur ersten Wanderung starten wollten. Wir haben uns entschieden, wenigstens einen Teil der geplanten 10,5 km zu gehen, dorthin, wo wir am Wiesbüttsee ein Gasthaus erreichen konnten, um uns unterzustellen. Während der See hessisch ist, liegt das Gasthaus in Bayern: Unterwegs mussten wir kurz die Schirme aus dem Rucksack holen. Am Gasthof eingetroffen, war die Enttäuschung groß: Geschlossen; heute Ruhetag! Aber es zeigte sich, dass Ausdauer sich lohnt. Plötzlich öffnete sich die Tür. Wir hatten das Herz der Bedienung erweicht und wurden mit Getränken versorgt. Der kühle Trunk hat uns bewogen, doch die vorgesehene Gesamtstrecke durch den Spessart zu gehen.

Erwartet wurden wir gegen Abend in der Pension an der Kahlquelle wo uns geräucherte Forellen aus eigener Zucht serviert wurden.

Der zweite Tag führte durch die Kahlauen nach Schöllkrippen, einem kleinen Marktflecken und Zentrum des oberen Kahlgrundes. Bis in das 19. Jahrhundert war es Verwaltungszentrum der Mainzer Bischöfe, die einen großen Teil des Spessarts regierten. Der Rückweg führte uns zunächst oberhalb der Kahl zur Heiligkreuzkapelle mit tollen Aussichten auf das Tal. Schließlich erreichten wir den Wesemichhof und unsere Unterkunft an der Kahlquelle.

In einer Zeit, in der die Landwirtschaft den allergrößten Teil des Bruttosozialproduktes erzeugte, waren die armen Böden und herbes Klima schwere Hypotheken für den Spessart. Der Kahlgrund galt als eine der ärmsten Gegenden in Bayern. Mit Glaserzeugung und Bergbau versuchte man ein kleines Zubrot zu verdienen. Unser Ziel am dritten Tag war die „Grube Wilhelmine“ in Sommerkahl. Der Abbau von Kupfererzen im Bereich dieser Grube ist erstmals 1704 urkundlich erwähnt. Nach mehreren Besitzerwechseln und wiederholten Stilllegungen wurde die Mine, deren Vorkommen nicht sonderlich ergiebig waren, im Jahr 1923 endgültig geschlossen. Der für Besucher heute zugängliche Rundgang durch das ehemalige Kupferbergwerk führt trockenen Fußes auf der 23m-Sohle entlang. Er beträgt ca. 500 Meter. Eine kleine, aber feine Ausstellung präsentiert Dokumente aus der Zeit des Bergbaus, Mineralienfunde aus Sommerkahl und Modelle, die die Erzaufbereitung veranschaulichen.

Ein Rundgang durch die Wiesen und Wälder des Vorspessarts um Sommerkahl und ein hervorragendes Mittagessen im Gasthaus Knöpphütte in Jakobsthal rundeten die Wanderungen der drei herrlichen Tage ab.  

Hubert Betz

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